Bürger- und Heimatverein e.V. "Wir Stolzenauer"

Pressemitteilungen, -artikel und Neuigkeiten des Bürger- und Heimatvereins "Wir Stolzenauer"

September 2026

"Geschichte bewahren, Zukunft gestalten"

Der Arbeitskreis Digitalisierung des Bürger- und Heimatvereins „Wir Stolzenauer“ durfte kürzlich einen besonderen Gast begrüßen: Gudrun Menze, Archivarin der Samtgemeinde Mittelweser.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die gemeinsame Frage, wie historische Akten und Dokumente künftig noch besser archiviert und – ganz im Sinne einer lebendigen Erinnerungskultur – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können.

Mit ihrem Studium der Geschichte und ihrer langjährigen Erfahrung in der Dokumentation bringt Gudrun Menze dafür jede Menge Fachwissen mit. Als „aktive Ruheständlerin“ nutzt sie ihre Zeit und Expertise heute, um ihrer alten Heimat etwas zurückzugeben.

Für „Wir Stolzenauer“ ist klar: Geschichte gehört nicht ins stille Kämmerlein, sondern soll entdeckt, verstanden und erlebt werden können. Wir freuen uns deshalb auf den weiteren Austausch und eine gute Zusammenarbeit!

Unser Bild zeigt die Mitglieder des Arbeitskreises Digitalisierung Thomas Rödel, Christina Raven sowie Gerd Wiegmann und natürlich Gudrun Menze (2. von rechts). Hinter der Kamera: Achim Könemann

September 2026

Als Esten in Stolzenau Zuflucht fanden

Vortrag von Henning Thee beleuchtet ein nahezu vergessenes Kapitel der Stolzenauer Nachkriegsgeschichte

Stolzenau. Nur wenige Menschen in Stolzenau dürften wissen, dass der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise zur Heimat für zahlreiche Geflüchtete aus Estland wurde. In den Jahren nach Kriegsende lebten hier viele Esten, für deren Kinder sogar ein eigenes Exil-Gymnasium eingerichtet wurde. Henning Thee hat dieses bislang wenig bekannte Kapitel der Ortsgeschichte recherchiert und stellt seine Ergebnisse am 20. September bei einem bebilderten Vortrag im Heimat- und Puppenmuseum, Schulstraße 5, vor.
Als die Sowjetarmee gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf das Baltikum vorrückte, flohen viele Esten nach Westen. Zahlreiche von ihnen gelangten in die Weserregion und fanden unter anderem in Uchte und Stolzenau Zuflucht. In Stolzenau wurden viele in Baracken untergebracht, die zuvor vom Reichsarbeitsdienst genutzt worden waren.
Besonders bemerkenswert ist die Geschichte der estnischen Kinder und Jugendlichen: In der Schinnaer Landstraße 13 wurde ein estnisches Exil-Gymnasium eingerichtet. Im Jahr 1947 besuchten dort rund 120 Schülerinnen und Schüler den Unterricht.
Ende der 1940er-Jahre verließen die meisten Esten Stolzenau wieder. Einige kehrten nach Estland zurück, der überwiegende Teil wanderte nach Großbritannien aus. Damit geriet auch ihre Zeit in Stolzenau zunehmend in Vergessenheit.
Den Anstoß für seine Recherchen erhielt Henning Thee durch einen britischen Journalisten, der sich mit Fragen zu den Esten in Stolzenau an den Heimatverein wandte. Thee vertiefte die Nachforschungen und stieß dabei unter anderem auf wertvolle Unterlagen in den Arolsen Archives, dem weltweit umfassendsten Archiv zur nationalsozialistischen Verfolgung.
 

August 2026

Gelungener Mitgliederausflug der „Wir Stolzenauer“ zum Wilhelmstein

Am 16. August hieß es beim Bürger- und Heimatverein „Wir Stolzenauer“ wieder: Leinen los und raus aus Stolzenau! Der traditionelle jährliche Mitgliederausflug stand auf dem Programm – und Petrus hatte offenbar ebenfalls Vereinsmitgliedschaft beantragt, denn das Wetter zeigte sich von seiner allerbesten Sommerseite.

Mit einem Bus der Firma Emme ging es zunächst nach Steinhude. Dort bestieg die gut gelaunte Reisegesellschaft den sogenannten „Auswanderer“. Auswandern wollte allerdings niemand – schließlich sollte es ja nur für einen Tagesausflug zum Wilhelmstein gehen. Nach der Überfahrt war die Insel erreicht und bevor die historische Festung genauer unter die Lupe genommen wurde, stand erst einmal das Wichtigste auf dem Programm: ein leckerer Brunch. Schließlich lässt sich Geschichte mit vollem Magen deutlich besser verkraften.

Gut gestärkt und bestens gelaunt wurde die Gruppe anschließend in zwei kleinere Grüppchen aufgeteilt. Bei einer hochinteressanten Führung erfuhren die „Stolzenauer“ jede Menge Wissenswertes über die Entstehung und Geschichte der Festungsanlage und natürlich über die besondere Bedeutung des Wilhelmsteins. Dabei wurde schnell klar: Hinter den dicken Mauern steckt deutlich mehr Geschichte, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Nach so viel Kultur ging es schließlich wieder an Bord des „Auswanderers“ und zurück nach Steinhude. Dort wartete der Bus bereits – offenbar hatte auch er keine Lust, länger auf die Heimkehr der Ausflügler zu warten.

Wieder in Stolzenau angekommen, waren sich alle einig: Das war ein rundum gelungener, abwechslungsreicher und vor allem geselliger Tag. Niemand hatte sich verirrt, niemand war ausgewandert und alle waren wieder wohlbehalten zu Hause – besser konnte es also kaum laufen.

Ein besonderer Dank galt Sebastian Schulz, dem Organisationsleiter des Vereins, der den Ausflug mit viel Engagement geplant und durchgeführt hatte. Dank seiner guten Organisation mussten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigentlich nur um eines kümmern: gute Laune mitzubringen. Und davon war reichlich vorhanden.

Mit vielen schönen Eindrücken, netten Gesprächen und einem gut gefüllten Erinnerungsspeicher verabschiedeten sich die „Stolzenauer“ schließlich voneinander. Fazit des Tages: Wilhelmstein gesehen, Geschichte gelernt, lecker gegessen und viel gelacht – ein Ausflug, der definitiv nach Wiederholung klingt!

Juli 2026

Wenn Steine erzählen könnten
Vortrag von Gerd Wiegmann zu den Geheimnissen des Sandsteinkabinetts

Diese Präsentation des Heimatvereins „Wir Stolzenauer“ dokumentiert die bewegte Geschichte der Gemeinde Stolzenau anhand bedeutender Sandstein-Exponate und architektonischer Überreste. Im Zentrum stehen steinerne Bildnisse wie der Kopf des Grafen Erich IV. von Hoya und die Figur eines hockenden Mönchs, die symbolisch mit der Reformation und dem Abriss lokaler Klöster verknüpft sind. Die Quellen beleuchten zudem die historische Entwicklung des Stolzenauer Schlosses, das von einer mittelalterlichen Grenzfestung zu einem modernen Schulstandort transformiert wurde. Durch historische Zeitungsartikel und Fotografien werden verloren gegangene Bauwerke wie die Poos-Mühle sowie gerettete Kunstschätze für die Nachwelt festgehalten. Karten und Wappendarstellungen ordnen diese lokalen Fundstücke in den größeren Kontext der Herrschaftsgebiete von Hoya, Hannover und Preußen ein. Insgesamt fungiert die Sammlung als „Sandsteinkabinett“, das die Erinnerung an die regionale Identität und den Wandel des Stadtbildes bewahrt.

April 2026

Fremde kamen – Freunde gingen

Rund 60 Gäste verfolgten am 19. April im Stolzenauer Museum den Vortrag „Die Holländer in Stolzenau“ von Ton van den Born. Er beleuchtete die Stationierung der niederländischen Flugabwehreinheit „5e Groep Geleide Wapens“ während des Kalten Krieges sowie den Bau der Kaserne und der Raketenstellungen ab 1966.

Für die Soldatenfamilien entstand die „Holländersiedlung“. Ein Schwerpunkt lag auf dem engen Zusammenleben mit der örtlichen Bevölkerung. Die niederländischen Familien engagierten sich vielfältig im Ort, führten den Karneval ein und unterstützten auch in Notlagen, etwa während der Schneekatastrophe 1978/79. Ein Höhepunkt war der Besuch der niederländischen Königin 1987.

Mit dem Ende des Kalten Krieges wurde die Einheit 1995 abgezogen. Van den Born, der selbst in der Region geblieben ist, schloss seinen Vortrag nach gut einer Stunde. Der Bürger- und Heimatverein dankte ihm mit einem Präsent.

 

März 2026

Jahreshauptversammlung

Kinofeeling im Museum

November 2025

„Tetyanas kurzes Leben“

Am 16.11. ab 16:00 Uhr berichtet Martin Guse von der Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau,
Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V. vom Schicksal der 1942 nach Deutschland verschleppten Tetyana Osnatsch. Die Ukrainerin wurde zur Zwangsarbeit gezwungen und verstarb 1945 in Bad Rehburgs Hospital.
Von den Stationen dieses Lebens erzählt Martin Guse im Museum in Stolzenau.
Tetyana ist nur eine von tausenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die an den Folgen der Arbeit in der Pulverfabrik starben und deren Schicksale Martin Guse als Leiter der Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau mit seinem Team seit Jahrzehnten recherchiert. Was bei vielen anderen nicht mehr möglich war, gelang bei Tetyana. Martin Guse machte ihre Familie ausfindig, besuchte sie in der Ukraine und erfuhr so vieles über die junge Frau. Aus ihrem Leben vor der Verschleppung durch die Nazis. Aus der Zeit in der Pulverfabrik, in der sie gemeinsam mit ihrer Schwester war. Und auch davon, wie es ihrer Familie nach Kriegsende und nach dem Tod Tetyanas erging.
 

Oktober 2025

Gänsehaut garantiert: Kriminal- und Gruselgeschichten aus Stolzenau

Stolzenau. Wer sich schon einmal auf Halloween einstimmen möchte, sollte sich den 19. Oktober vormerken: Der Bürger- und Heimatverein e.V. „Wir Stolzenauer“ lädt zu einem besonderen Vortrag unter dem Titel „Lokale Kriminalfälle und Gruselgeschichten“ ein.

Christina Raven, Mitglied des Vereinsvorstands, nimmt die Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise durch die düsteren Kapitel der Stolzenauer Vergangenheit. Sie erzählt von geheimnisvollen Verbrechen, unheimlichen Begebenheiten und rätselhaften Ereignissen, die sich in Stolzenau und Umgebung zugetragen haben sollen.

Ob alle Geschichten wirklich so geschehen sind, lässt sich nicht in jedem Fall beweisen – doch eines ist sicher: Für Gänsehaut und spannendes Kopfkino ist gesorgt!

Oktober 2025

August 2025

August 2025

Juli 2025

Juni 2025

Mai 2025

November 2024

Heimatverein Leese zu Gast im Stolzenauer Heimatmuseum 

Eine Delegation des Heimatvereins Leese um Grant Hendrik Tonne besuchte kürzlich das Stolzenauer Heimatmuseum, wo sie von Gerd Wiegmann und seinen Kolleg*innen herzlich empfangen wurde. In einer Atmosphäre des Austauschs und der Freundschaft wurde über die Bedeutung der Heimatpflege und der lokalen Geschichte diskutiert. Solche Begegnungen stärken nicht nur die Gemeinschaft, sondern fördern auch das Bewusstsein für unsere kulturellen Wurzeln. Konkret wurde z.B auch über eine gemeinsame Veranstaltung zur Einweihung der neuen Weserbrücke im kommenden Jahr gesprochen.

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